Konzertetude C-Dur

Dílo Bedřicha Smetany

Genese

Konzertetude C-Dur bezeichnet Smetana in seinen Verzeichnissen als Scherzo oder Etude, zuerst als Op. 13, später in einer Abschrift als Op. 12. Es zeugt von einer knappen Zeitnähe mit der Ballade e-Moll, soweit es um die Entstehung beider Kompositionen geht. In seinem Verzeichnis (1875) datiert Smetana die Etude in das Jahr 1858, was bedeutete, dass ihre Komposition in den Zeitabschnitt zwischen zwei bedeutsame Kompositionen des fruchtbaren Jahres 1858 fällt, zwischen die symphonischen Gedichte Richard III. und Wallensteins Lager. Berkovec führt jedoch an, dass Smetana an dieser Etude noch im August des folgenden Jahres arbeitete. Die Etude gibt es in zwei Versionen. Der Öffentlichkeit wurde lange Zeit nur die erste (1858) bekannt, die zum ersten Mal im Jahre 1905 in der Edition Aus hinterbliebenen Kompositionen von Bedřich Smetana (Bd. V) auftauchte. Das Autograph der zweiten definitiven Fassung ist vermisst, im Smetanas Nachlass wurde jedoch die Abschrift gefunden, mit der Hand des Autoren revidiert, die man für Fassung letzter Hand halten kann. Sie umfasst alle nachträglichen Smetanas Ergänzungen, Vortragsbemerkungen und Verbesserungen. Diese Version kann nicht genau datiert werden, sie entstand irgendwann nach dem Jahre 1860, und zum ersten Mal wurde sie von František Bartoš publiziert (SNKLHU 1962). Die definitive Version ist etwa kürzer (293 Takte gegen ursprünglich 302 T.) und die grö3ten Änderungen findet man im Mittelteil, au3erdem hat Smetana auch eine 20-Takt-Einleitung ergänzt. Zum Vergleich beider Versionen reicht es hier anzuführen, dass falls Smetana in der ersten mehr Wert auf Gesangthema legt, um es am Ende schon völlig über die Toccata-Idee dominieren zu lassen, dann verstärkt die zweite Version diese Tendenz noch mehr, und zwar gerade durch die Änderungen im Mittelteil, wo er die Exposition des ersten Themas beschränkte und den Ausklang des zweiten Themas im Gegenteil verstärkte und erweiterte (wie er es schon im Jahre 1849 in der Komposition Allegro capriccioso machte). Die Urversion trägt auf der Titelseite die Widmung mit Smetanas Hand geschrieben: Fräulein Ungeborg Starck, es handelt sich um eine junge Pianistin und Schülerin von Franz Liszt, deren Spiel Smetana am Anfang sehr bewunderte. Zwei Jahre später, während seiner Konzertreise durch Deutschland und Niederlande, hatt er dennoch zu ihrem Spiel schon eine Reihe von Vorbehalten. Wahrscheinlich deshalb hat er bei späterer Revision seiner Kompositionen diese ursprüngliche Widmung gestrichen.

Charakteristik des Werkes

Genauso wie in der Ballade, die Fragment blieb, zieht Smetana in der Konzertetude C-Dur maximal aus gesteigerter instrumentaler Virtuosität und Timbre-Wandelbarkeit umfangreicher Flächen Nutzen. Die Konzertetude C-Dur, wieder eine von den Kompositionen, die Smetana vor allem für sich und seine Konzertauftritte schrieb, stützt auf zwei kontrastreiche Themen. Das Hauptthema, das sofort nach kurzer Einleitung erklingt, ist in Anschlägen rasant, mit Staccato-Akorden in Toccatoart, glüht ungezähmter Energie und ist stark modullierend angelegt. Das zweite, lieblich kantabiles Thema ist im Gegenteil ein lyrischer, zuerst ein ruhig schwungvoller Gesang, der sich jedoch später in blendend jubelnde, triumphale Positionen entwickelt. Es ist einer von herrlichen Nachweisen Smetanas reichen lyrischen Fonds.

Grundinformation

Titel:
Konzertetude C-Dur
Auf dem Autograph steht: Etude.
Titel im Autograph:
Conzertetude
Untertitel im Autograph:
für das Piano allein
Klassifikation nach dem Katalog von J. Berkovec:
1.73
Titel nach dem Katalog von J. Berkovec:
Konzertetude C-Dur
Teile/Themen:
Vivacissimo
Opusnummer:
op. 12
Widmungsträger:
Anmerkung:
Na titulní straně druhé verze je původní dedikace pro Ingeborg Stark (doplněná v roce 1859) zrušena. Zrušení dedikace uvádí i Berkovec a kritická edice. SSD 1875: "Scherzo - Etude, C dur. manusk. 1858." [Auf der Titelseite der zweiten Version ist die ursprüngliche Dedikation an Ingeborg Stark (nachgetragen im Jahre 1859) aufgehoben. Die Aufhebung der Dedikation führen auch Berkovec und kritische Edition an. SSD 1875: "Scherzo - Etude C-Dur Handschrift 1858."]

Besetzung

Instrumentalbesetzung:
Piano zu zwei Händen

Weitere Informationen

Konzertetude C Dur: erste Version

Entstehungsort:
Göteborg
Beginn der Komposition:
1858
Fertigstellung der Komposition:
1858

1. Ausgabe der Noten

Erscheinungsort:
Prag
Teil eines Ganzen:
Aus den hinterlassenen Kompositionen von Bedřich Smetana, Bd. 5, S. 15-30
Jahr:
1905
Anmerkung:
původní zápis
[ursprünglicher Eintrag]

Kritische Edition

Erscheinungsort:
Prag
Werktitel:
Konzertetude C-Dur
Teil eines Ganzen:
Klavierwerke von Bedřich Smetana, 5 Bände
Name der Edition:
Klavierwerke von Bedřich Smetana V (Virtuose Kompositionen)
Jahr:
1973
Anmerkung:
Zařazeno do kategorie: PRVNÍ ZNĚNÍ - FRAGMENTY, s. 143-159.
KE obsahuje také doplňky s. 160-162.
[Eingereiht in die Kategorie: ERSTE FASSUNG - FRAGMENTE, s. 143-159. Kritische Edition enthält auch die Nachträge S. 160-162].

Konzertetude C-Dur: zweite Fassung

Anmerkung zu Datum und Ort der Entstehung:
Nejdříve po roce 1860
[Frühestens nach dem Jahre 1860]

Vydání 2

Vorwortautor:
Herausgeber:
Editionsnummer:
H 3650
Jahr:
1962

1. Ausgabe - kritische Edition

Erscheinungsort:
Prag
Werktitel:
Konzertetude C-Dur
Teil eines Ganzen:
Klavierwerke von Bedřich Smetana, 5 Bände
Name der Edition:
Klavierwerke von Bedřich Smetana V (Virtuose Kompoisitionen)
Jahr:
1973
Anmerkung:
Definitivní znění, zařazeno do kategorie: SKLADBY ZE ŠVÉDSKÉHO OBDOBÍ, s. 36-51.
[Definitive Fassung, eingereiht in die Kategorie: KOMPOSITIONEN AUS DEM SCHWEDISCHEN ZEITABSCHNITT, S. 36-51.]